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#2 - Wie starte ich mit der Fotografie?

  • Autorenbild: Kevin Kunter
    Kevin Kunter
  • 11. Jan. 2023
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Jan. 2023

Du hast dich entschieden mit der Fotografie zu beginnen und hast noch nicht so recht den Plan wie du starten sollst? Der Einstieg in die Fotografie ist garnicht so schwer wie du vielleicht denkst und meist hast du schon alles um zu starten.


Herzlich willkommen zum schönsten Hobby der Welt. Ich glaube es gibt kaum eine Community, die so groß ist wie die in der Fotografie. Und das sind super Voraussetzungen insbesondere wenn man gerade am Anfang steht, denn alles was man wissen muss findet man im Internet. Die meisten Fotografen freuen sich über neue Mitstreiter in der Community und geben gerne ihr Wissen weiter. Somit findet sich auf fast jede Frage eine Antwort und die meisten Probleme können schnell gelöst werden, denn jeder stand mal genau an dem Punkt, wo du jetzt stehst.

Wo fang ich denn nun an?


Okay, okay!

Lass uns bei dem schönsten Thema starten. Die Ausrüstung. Klar, du brauchst eine Kamera. Wer hätte das gedacht!? Ich nehme hier immer gerne den Handwerker als Beispiel, der einen Nagel in die Wand schlagen möchte. Was braucht er dazu? Richtig... einen Hammer und einen Nagel. Der Hammer ist ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Der Handwerker muss aber auch wissen wie er den Hammer benutzen muss, um den Nagel in die Wand zu schlagen. Er braucht also das Wissen und die richtige Technik. Die hat er irgendwann erlernt und durch ständiges Wiederholen ist er irgendwann geübt und trainiert.


So, und jetzt kommt es...

auf unsere Fotografie übertragen ist der Hammer die Kamera und der Nagel der Fotofilm oder mittlerweile die Speicherkarte. Beides sind nur Werkzeuge, um das Bild zu erstellen und festzuhalten. Viel wichtiger ist aber das Wissen, wie du die Kamera richtig bedienst, was weiches und was hartes Licht ist, wann sich welches Licht am besten eignet, wie Bildgestaltung und Bildaufbau funktioniert und wie man z.B. scharfe Bilder erstellt.


Du siehst, die Kamera ist nicht Alles, aber ohne dieses Werkzeug geht eben auch nichts.


Ich möchte hier nur etwas sensibilisieren, denn die Technik steht meiner Meinung nach viel zu sehr im Fokus und wird im Internet rauf und runter diskutiert. Welches Objektiv ist jetzt das beste? Sollte ich mir schon die neue Kamera mit den besten Funktionen zulegen? Welches Zubehör brauche ich sonst noch... Stativ, Ersatzakku, Tasche, Kameragurt,...?

Meine Antwort dazu: "Ruhe bewahren."


Brauche ich eine richtige Kamera?


Wenn du am Anfang stehst, dann kannst du tatsächlich mit dem Smartphone (welches du vermutlich schon besitzt) starten. Hier hast du einen riesigen Vorteil. Du brauchst dich vorerst nicht mit der Technik beschäftigen und kannst dich viel mehr auf das Bild selbst konzentrieren. Die heutigen Smartphones haben eine überragende Bildqualität, sodass du häufig keine Einbußen zu einer höherwertigen Kamera hast. In punkto Belichtung, Schärfe und Auflösung gibt es in vielen Situationen kaum Unterschiede.

Dazu gibt es im Internet spannende Vergleiche, bei denen die Community versuchen sollte Bilder zu unterscheiden, die zum einen mit einer DLSM / DSLR und zum anderen mit einem Smartphone gemacht wurden. Selbst Experten haben dabei Probleme die Bilder zu unterscheiden.


Fazit: Auch mit dem Smartphone kannst überragende Bilder machen!



Aber...

genau wie vermutlich viele von euch liebe ich Technik. Und ich hätte mich damals (und heute ist es immer noch so) nicht damit zufrieden gegeben, hätte mir jemand gesagt "nimm erstmal dein Smartphone. Du brauchst keine Kamera."

Ich will aber! Und das ist auch gut so.

Ich liebe es nach Technik zu recherchieren, diese auszuprobieren und am Ende zu kaufen.

Bei mir gibt es aber einen großen Unterschied zu vielen anderen. Wenn ich etwas an Technik kaufe, habe ich es mir gut überlegt, ich habe ausreichend recherchiert und es liegen meistens Wochen oder Monate zwischen Idee und Abschluss. Und das kann ich dir auch empfehlen. So ist die Chance sehr klein, dass du den Kauf am Ende bereust.


Welche Kamera soll ich mir kaufen?


Ich empfehle dir wie folgt vor zu gehen und dir folgende Fragen zu stellen

  • setze dir ein festes Budget

  • überlege dir wenn möglich welcher Bereich der Fotografie interessiert dich am meisten (Menschen, Tiere, Pflanzen, Kleintiere, Sport, Architektur, Landschaften,...)

  • bist du der Typ NEU oder GEBRAUCHT?

  • bist du der Typ KAUF, FINANZIERUNG oder MIETE?

  • ist es ein HOBBY oder BUSINESS?

  • ist GRÖßE und GEWICHT wichtig für dich?

  • kennst du jemanden der schon eine Kamera hat, die er empfehlen und dich ggf. mit diesem System unterstützen kann?

  • APSC oder Vollformat? (Die Systeme unterscheiden sich bei der Sensorgröße und es ist ein sogn. Crop-Faktor zu berücksichtigen, APSC-Kameras sind meistens günstiger. Profis arbeiten häufiger mit Vollformat-Kameras)




So kannst du das Ganze erst einmal eingrenzen. Für mich steht das Budgetthema immer ganz oben. Es ist aktuell für mich nur ein Hobby. Und es kann auch mal sein, dass ich einige Wochen die Kamera nicht nutze. Da brauche ich auch keine 4000€-Kamera, die nur rumliegt. Viele sind aber auch bereit mehrere tausende Euros in das Hobby zu investieren. Daher muss jeder seinen Weg finden.

Du bekommst gebrauchte Kameras bereits ab ca. 250€ im Internet. Wenn du bis 600€ schaust wirst du vermutlich eine größere Auswahl haben und Kameras mit diversem Zubehör finden.


Kamera mit Wechselobjektiven

Ich würde dir immer ein Kamerasystem mit Wechselobjektiven empfehlen. Das heißt man kann den Kamerabody, also das Gehäuse, vom Objektiv trennen und weitere Objektive an der Kamera verwenden. Somit ist man für die Zukunft flexibel und kann nach und nach weitere Objektive kaufen und an der Kamera nutzen.



Canon, Nikon, Sony, Sigma, Pentax, Fuji oder Leica?


Ganz ehrlich!? Egal! Es gibt keine schlechten Kameras mehr.

Was spricht dich an? Kennst du jemanden der schon ein System hat, der dich unterstützen kann und von dem du dir vielleicht Objektive ausleihen kannst?

Ich bin Sonyuser seit der ersten Stunde. Mein Bruder hatte eine Sony Alpha 100. Die hatte mir damals gefallen. Daher habe ich mir auch diese Kamera gekauft. Und ich bin bis heute der Marke Sony treu geblieben (obwohl ich auch mal mit einer Canon geliebäugelt habe).


Eine Sache möchte ich dir jedoch noch mit geben.

Das Objektiv ist immer wichtiger als die Kamera. Daher würde ich eher in ein hochwertiges Objektiv investieren statt in die Kamera. In der Regel kannst du für ein gutes Objektiv nochmal den gleichen Preis hinlegen, wie für deine Kamera. Viele Kameras werden mit sogn. Kit-Objektiven mit einer doch eher durchschnittlichen Offenblende (z.B. f3,5-5,6) verkauft. Diese müssen nicht grundsätzlich schlecht sein, jedoch kommt man in gewissen Situationen (Freistellen von Objekten = unscharfer Hintergrund, schlechte Lichtverhältnisse) schnell an die Grenzen der technischen Möglichkeiten. Stell dir vor du kaufst dir einen Porsche, der allerdings mit einem Fiat-Panda-Motor ausgerüstet ist. Das Auto erfüllt seinen Zweck. Du kommst von A nach B. Aber Freude am Fahren kommt vermutlich nicht auf. Aber der Porsche kann zu einem guten Angebot verkauft werden.


Daher freue ich mich gerade bei meiner Sonykamera mit e-Mount-Objektivanschluss, dass es einige Drittanbieter für gute Objektive gibt (z.B. Viltrox, Samyang, Tamron und SIGMA). Durch die große Auswahl gibt es auch eine gewisse Konkurrenz, was am Ende dem Kunden bei der Preisbildung zugutekommt.

Es gibt auch einige Kamerahersteller, die ein deutlich kleineres Portfolio an Objektiven haben. Dadurch werden meist auch höhere Preise aufgerufen. Das sollte man vorher nochmal für sich selbst checken... gibt es ausreichend alternative Objektive und liegen die in meinem Budget?


Und jetzt ganz konkret?

Ich bin Sonyuser. Daher kann ich zu den anderen System nicht viel sagen. Gehe in ein Geschäft (am besten ein Fotofachgeschäft, denn die brauchen unsere Unterstützung), lass dich beraten und nimm die Kamera in die Hand. Teste sie. Wie fühlt sie sich an? Kommst du mit der Bedienung klar? Gefällt sie dir? So kannst du am besten eine Entscheidung treffen.

Um bei der Marke Sony zu bleiben, würde ich mir zum Starten eine APSC-Kamera aus der 6000er-Reihe kaufen. Gebraucht wie neu gibt es die Kameras für top Konditionen, das System ist kompakt und leicht gebaut, es gibt massig Zubehör und die Objektive sind meist auch günstiger als reine Vollformatobjektive. Hier ist noch zu sagen, dass auch Vollformatobjektive i.d.R. an einem APSC-System genutzt werden können.


Immer noch nicht ganz sicher?


Auf der Seite von einem meiner Lieblingsfotografen, gibt es eine tolle Kaufberatung. Du beantwortest die Fragen und bekommst am Ende ein passendes System vorgeschlagen.

Hier gehts zur Kaufberatung von Christian Anderl.


Wissen: Wie lerne ich jetzt Fotografieren?


Es gibt viele verschiedene Lerntypen. Der eine klickt sich durch das gesamte Kameramenü und probiert alles aus. Learning by doing! Der andere hat Angst etwas kaputt zu machen und liest erstmal die Bedienungsanleitung. Ein weiterer schaut sich lieber ein Tutorial auf Youtube an.

Mache das woran du Spaß hast. Denn der Spaß muss immer im Vordergrund stehen. Verlierst du den Spaß, dann verliert dich die Fotografie. Jeder lernt anders. Und jeder nimmt Wissen anders auf.


Hier ein paar Ideen...

  • Ausprobieren / Learning by doing

  • Fachbücher

  • Fachzeitschriften

  • Youtube-Videos

  • Online Kurse

  • Offline Kurse

  • Fotowalk

  • SocialMedia (Instagram, facebook, TikTok, Pintrest,...)

  • Internetrecherche



Und abschließend das Wichtigste...


Nicht angewandtes Wissen ist totes Wissen!


Du musst üben, üben, üben, üben, üben, üben, ... .

Versuche das Gelernte immer erst anzuwenden und umzusetzen, bevor du dir weiteren Input holst. Viele (ich übrigens auch) kaufen hier ein Buch, schauen dort stundenlang Videos im Internet und verlieren sich auf Instagram beim (ver-)folgen anderer Fotografen. Aber sie kommen nicht zum Fotografieren vor lauter Konsum.


Vergiss also nicht das Fotografieren.


Jetzt aber los...


Puh, das war jetzt ganz schön viel und ich hoffe ich habe dich nicht überfordert mit dem ganzen Input. Ich könnte sicherlich noch Stunden weiter schreiben, aber ich glaube die noch offnen Themen werde ich in weiteren Beiträgen verpacken. Ich weiß, ich habe in diesem Post mit ein paar Fachbegriffen um mich geschmissen. Die Erklärung hätte hier aber den Rahmen gesprengt. Vielleicht mache ich dazu nochmal die ein oder andere Erklärung. Ansonsten ist ja GOOGLE dein bester Freund. ;-)


Hast du noch Fragen? Ist was unklar? Hast du Ideen oder Anregungen? Schreib mir gerne. Ich freue mich sehr von dir und deinem ganz persönlichen Weg in der Fotografie zu hören.


Vielen Dank für deine Zeit.



 
 
 

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